Kleintierzentrum Nordheide

Kaninchen

Kaninchen

Haltung

Kaninchen sind Herdentiere, daher sollten sie idealerweise auch als Haustier paarweise oder in einer Kleingruppe gehalten werden. Will man zwei männliche Tiere zusammenhalten, so ist die Kastration von beiden empfehlenswert, da sie sonst zu Aggressionen gegeneinander neigen. Auch Aggressionen einzeln gehaltener männlicher Tiere und das Markierungsverhalten (Harnspritzen) werden durch die Kastration positiv beeinflußt. Weibliche Kaninchen verstehen sich im Normalfall, wenn sie von klein auf zusammen waren. Bei der Haltung von verschieden geschlechtlichen Tieren sollten die männlichen Tiere kastriert sein um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Eine Vergesellschaftung mit Meerschweinchen ist möglich, besser ist es jedoch artgleiche Tiere zusammen zu halten.

Kaninchen scheiden neben dem normalen Kot den sogenannten Blinddarmkot aus, dieser sieht traubenförmig aus und muß von dem Kaninchen wieder aufgenommen werden, da er bestimmte Nährstoffe enthält, die anders nicht von dem Tier aufgenommen werden können.

 

Fütterung

Kaninchen und Meerschweinchen leben ursprünglich in karg bewachsenen Regionen. Sie benötigen für den lebenswichtigen Abrieb ihrer ständig nachwachsenden Zähne rohfaserreiches Futter, da dieses lange im Maul zermahlen werden muss. Die ausschließliche Fütterung von Heu, Stroh und Grünfutter erfüllt genau diesen Anspruch und sorgt auch für eine ausreichende Energieversorgung. Bei Kauf sollte darauf geachtet werden, dass sowohl Heu, als auch Stroh, in luftdurchlässigen Verpackungen angeboten wird, da in Plastikverpackungen die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Wenig geeignet für die Fütterung von Kaninchen und Meersschweinchen ist jede Art von Misch- und Buntfutter, da die Tiere die für sie schmackhaftesten und fettreichsten Bestandteile bevorzugen. Auch Grün-Rollies und Pellets müssen nur wenig gekaut werden und haben im Verhältnis zu Heu einen 10-fach niedrigeren Rohfasergehalt. Daher sollte maximal 1 EL dieses Futters insgesamt pro Tag und Tier geben werden. Die Folgen einer falschen Ernährung sind:

  • *mangelhafter Zahnabrieb und daraus resultierend eine ständig korrekturbedürftige, schmerzhafte Zahnfehlstellung
  • *Gefahr von Zahnerkrankungen, die den Kiefer betreffen können (Abszesse)
  • *krankhaftes Übergewicht bedingt durch zu energiereiche Kost

Gesundheitsschädlich sind die Verfütterung von so genannten "Drops" (Joghurt-, Schoko- und Vitamindrops) oder jede andere Art von süßen Snacks. Diese sollten wenn überhaupt nur als absolute Ausnahme und maximal 1 Drop je Tier und Tag gegeben werden.

Eine abwechslungsreiche Kost mit hohem Vitaminanteil kann durch Gabe von verschiedenem Obst und Gemüse erzielt werden. Dabei sollte der Schwerpunkt auf langfaserigem Grünfutter (z.B. Löwenzahn, Karottengrün, Kohlrabbiblätter, Eisbergsalat, Endivie, Petersilie usw.) liegen. Bei der Fütterung von Grünfutter ist generell darauf zu achten, daß eine Umstellung langsam erfolgt und auf keinen Fall abrupt von Trocken- auf Frischfutter (Winter - Sommer) umgestellt wird. Grünfutter sollte in jedem Fall jedoch nur Beiwerk sein, als Grundnahungsmittel muß immer Heu zur Verfügung stehen. Außerdem muß dem Tier natürlich Wasser zugänglich sein. Ein Salzleckstein ist dagegen nicht erforderlich bzw. kann bei empfindlichen Tieren sogar zu Problemen beim Urinabsatz führen.


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