Kleintierzentrum Nordheide

Meerschweinchen

Meerschweinchen

Haltung / Lebenserwartung

Einzelhaltung ist möglich, jedoch nicht empfehlenswert. Der Mensch ist nicht in der Lage, den artgerechten Partner zu ersetzen. Auch eine stärkere Bindung an den Menschen, wenn man ein Einzeltier halt, lässt sich nicht bestätigen. Ebenso animieren sich 2 oder mehrere Meerschweinchen gegenseitig zu mehr Tatendrang und Bewegung. Dazu gehört auch, die Umwelt zu erkunden und sich an die Hand des Pflegers zu gewöhnen. Meerschweinchen können mit Kaninchen zusammen gehalten werden. Jedoch ersetzen auch diese nicht den eigentlichen Partner. Es spielt keine Rolle, ob man 2 Männchen oder 2 Weibchen kauft. Nur bei den Männchen sollte man eine Grundregel einhalten: beide sollten im Alter von ca. 8 Wochen sein; wenn eines der beiden verstirbt, sollte ein Jungtier zugesetzt werden, welches sich automatisch dem Älteren unterordnet. In einigen Fällen kann es bei männlichen Tieren nötig sein, diese zu kastrieren, damit sich die Tiere vertragen.

Meerschweinchen müssen einen Teil ihres Kotes (den so genannten Blinddarmkot) wieder zu sich nehmen, nur so können sie bestimmte Nährstoffe verwerten. Werden sie daran gehindert, führt dies zu massiven Verdauungsproblemen.

Meerschweinchen haben eine Lebenserwartung von ca. 5-8 Jahren. Männliche Tiere werden mit ca. 60 Tagen Geschlechtsreif, weibliche schon mit ca. 30 Tagen. Die Trächtigkeit dauert 59-72 Tage und Jungtiere werden ca. 2 Wochen gesäugt.

 

Unterbringung / Standort

Als Käfig empfiehlt sich ein Gitterkäfig mit einer Plastikwanne, die Mindestgröße für 1-2 Tiere beträgt 80-100cm (Länge) x 60cm (Tiefe) und sollte wenigstens 40 cm hoch sein. Der Käfig sollte erhöht, nicht in der direkten Sonne und nicht im Zug stehen. Die Tiere brauchen Tageslicht. Die ideale Temperatur liegt bei 18-22°C und die Luftfeuchtigkeit bei 40-70%. Den Tieren sollte regelmäßiger Freilauf in der Wohnung ermöglicht werden, allerdings nur unter Aufsicht. Auslauf im Garten ist im Sommer möglich (nur mit schattigem, regensicheren Unterschlupf). Wenn die Tiere daran gewöhnt sind und der Käfig isoliert ist, können sie auch ganzjährig draußen gehalten werden. Bei allen Gartengehegen ist auf eine sichere Abdeckung des Auslaufes von oben zu achten (Wildtiere)!

Einrichtung

Neben einer Trinkflasche (Nippelflasche), einem Futternapf (Möglichst standfest, z.B. aus glasiertem Ton oder Steingut) und einer Heuraufe gehört in den Käfig unbedingt auch ein Häuschen (Länge: 15cm, Breite: 25cm, Höhe: 15cm), damit sich das Tier zurückziehen kann (Meerschweinchen sind Fluchttiere). Als Einstreu eignen sich Heu, Stroh, sowie Säge- oder Hobelspäne.

Fütterung

Als Grundfuttermittel dient gutes Heu (möglichst kein Luzerneheu), dieses sollte genau wie Wasser ständig zur freien Verfügung stehen. Außerdem kann Frischfutter (Obst und Gemüse) gegeben werden, dabei sollte der Schwerpunkt auf langfaserigem Futter liegen, damit die Tiere das Futter mahlen müssen. Geeignet sind:

Gemüse: Karotten, Kartoffeln, Paprika; Obst: Gurken, Äpfel (gelegentlich), Tomaten, Banane; Grünfutter: (natürlich sauber und ungespritzt): Löwenzahn, Schafgarbe, Vogelmiere, Luzerne, Bärenklau, Rot- und Weißklee, Breit- und Spitzwegerich; Salat: Petersilie, Schnittsalate, Endiviensalat, Chicoree, Chinakohl, Feldsalat, Kohlrabiblätter, Fenchel, Kopfsalat (nicht zu oft).

Kraft- bzw. Fertigfutter sollte nur in sehr geringen Mengen gegeben werden (max. 1 Esslöffel pro Tier und Tag), außerdem sollte hierbei darauf geachtet werden, dass es sich um ein spezielles Meerschweinchenfutter handelt, da diesem Vitamin C zugesetzt ist (Meerschweinchen können im Gegensatz zu anderen Heimtieren kein Vitamin C synthetisieren). Zusätzlich als Nagematerial zur Zahnabnutzung können Aststücke von Apfel- oder Birnenbaum, Haselnuss, Weide, Ahorn oder Buche (keine Ziergehölze) angeboten werden. Trockenes Brot oder Zwieback kann in geringen Mengen zum Knabbern gereicht werden. Salzleck- oder Mineralsteine sollten nicht gegeben werden. Auch Leckereien wie Joghurtdrops und Grün-Rollies sind eher schädlich und sollten nur in Ausnahmefällen angeboten werden.

Grundregeln zur Fütterung

  1. Heu sollte als Grundnahrungsmittel immer angeboten werden. Der hohe Rohfasergehalt ist lebenswichtig für den Magen-Darm-Trakt. Außerdem werden durch das Kauen / Mahlen von Heu die Zähne besser abgenutzt.
  2. Vitamin C muss über das Futter aufgenommen werden, da Meerschweinchen kein Vitamin C selber herstellen können. Dies evtl. über Trinkwasser zufüttern!
  3. Konstanz in der Futtermittelzusammenstellung - häufiges Wechseln verstärkt Verdauungsstörungen.
  4. Bei Fressunlust, die über einen Tag hinaus bestehen bleibt, sofort den Tierarzt aufsuchen. Meerschweinchen müssen täglich regelmäßig fressen, damit der Magen-Darm-Trakt mobil bleibt. Und sie auch nicht in einen hypoglykämischen Zustand fallen.
  5. Nach Verdauungsproblemen nur sehr langsam wieder mit Grünfutter anfangen (kleine Mengen).
  6. Frischfutter nur abgetrocknet verfüttern!

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!


Ihr Praxis-Team